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MCE 85: Fängt den Ton wie ein Teleobjektiv
Frankfurter Allgemeine Zeitung 10/2014
Titel: In die Ferne gelauscht
Autor: Wolfgang Tunze

Frankfurter Allgemeine Zeitung 10/2014
Titel: In die Ferne gelauscht
Autor: Wolfgang Tunze

[...]

"Im praktischen Betrieb hat uns das Mikrofon überzeugt. Ob entfernte Naturgeräusche oder menschliche Dialoge - Das MCE 85 fängt den Ton, auf den es ankommt, wie ein Teleobjektiv ein und blendet störende Umgebungsgeräusche wirkungsvoll aus. Dass es ohne Klangverfärbungen arbeitet und mit seinem weiten Frequenzgang auch zarte Details angemessen berücksichtigt, ist natürlich Ehrensache. Das gilt auch für seine Fähigkeit, tieffrequente Störgeräusche mit einem abschaltbaren elektrischen Filter zu dämpfen."

MCE 85 BA: Günstig und "Made in Germany"
videoaktiv Ausgabe 06/2014
Titel: Klangfarben
Autor: Hans Ernst

videoaktiv Ausgabe 06/2014
Titel: Klangfarben
Autor: Hans Ernst

www.videoaktiv.de

[...]

"Hier kommt Konkurrenz für Rodes Dauerbrenner NTG-2 - und zwar trotz des günstigen Preises "Made in Germany".

[...]

+ guter Klang, wenig Rauschen
+ hohe Richtwirkung
+ deutsche Bedienungsanleitung
- ohne Kabel und Kamerahalterung

Testurteil: sehr gut
Preis/Leistung: sehr gut

TG V35d s Vergleichstest
Tipps, Infos, Tests und Mikrofone im Vergleich mit MP3-Hörproben
mikrofon-vergleich.de, 15.10.2013, Autor: Larry Fricke

"Das Ziel von Mikrofon-Vergleich soll sein, neben dem Vergleichen von
Mikrofonen, auch die Schwierigkeiten und Komplexität eines transparenten
Studio-Mikrofon-Vergleich´s darzustellen. Die Vergleiche sollen so praxisnah
wie möglich sein, was ich fast immer bei anderen Vergleichen etwas vermisse...
und die dadurch nicht selten beim Hörer einen falschen Eindruck hinterlassen,
da der Bezug zur Produktion fehlt bzw. die Integration in einer Mischung."


Hier können sie das TG V35d s vergleichen

Beyerdynamic TG V96c & TG V90r Mikrofone
Beyerdynamic TG V96c & TG V90r Mikrofone
Musikmachen.de, 7. Dezember, 2012, Autor: Quirin Thadeusz

Fazit:

Vorteile

 

  • sehr guter Klang
  • geringe Poppempfindlichkeit
  • hochwertige Verarbeitung 

Nachteile

 

  • etwas schmales Aufnahmefeld bei Einsatz im Studio (was wiederum ein Plus für die Bühne ist!)

Hier gehts zum Testbericht

 

 

beyerdynamic M160 Testbericht: Bändchenmikrofon mit Geschichte
beyerdynamic M160 Testbericht: Bändchenmikrofon mit Geschichte
Delamar.de, 22. Oktober, 2012, Autor: Carlos San Segundo

Fazit zum beyerdynamic M160 Testbericht

Bei diesem Mikrofon handelt es sich um einen echten Klassiker, der einfach nicht alt werden möchte. Das beyerdynamic M160 kann in praktisch jedem Tonstudio seinen Platz finden und besticht nach all den Jahrzehnten noch immer durch seinen natürlichen und warmen Klang. Durch die Richtcharakteristik Hyperniere, unüblich für ein Bändchenmikrofon, erschließen sich noch weitere Einsatzgebiete – dort, wo wenig Übersprechungen anderer Instrumente gewünscht werden. Auch für einen Live-Einsatz im TV-Studio kann dieses Modell bestens genutzt werden, immerhin sind die Abmessungen so klein, dass es kaum auffällt.

Einen eher modernen Einsatz findet das beyerdynamic M160 vor Gitarrenverstärkern, wo es durch seinen mittigen Klang bestens alleine bestehen oder zum Stützen der üblichen Verdächtigen genutzt werden kann.

Mit seinem aktuellen Straßenpreis von 429,- Euro gehört es zudem zu den bezahlbaren Modellen seiner Gattung. Alles in allem vergebe ich gerne volle fünf von fünf möglichen Punkten im beyerdynamic M160 Testbericht. Feines Mikro.

 

 

Delamar.de Test: Beyerdynamic M 160

 

Beyerdynamic M und MC Serie
Beyerdynamic M und MC Serie
Drumxound, 29. September, 2012, Autor: Harald Gräff

Fazit

Dieses Mikrofonset von Beyerdynamic hat es in sich. Auch die günstigeren Kandidaten überzeugen mit makelloser Verarbeitung und gekonnter Abstimmung. Begeisterung kam bei unseren Highlights auf: Das Doppelbändchen M160 liefert Charakter und Klasse an praktisch jeder Quelle. Wer sich hier Zeit mit der Mikrofonierung nimmt, bekommt dafür erstklassige Resultate. Über jeden Zweifel erhaben spielt auch das MC840 seine Trümpfe am Drumkit aus. Dessen Klangkultur spielt in der aller obersten Liga der Studiogroßmembraner mit und überzeugt uns mit einem fantastischen Overhead-Abbild des Test-Drumkits.

Drumxound Test: Beyerdynamic M und MC Serie

 

Beyerdynamic Touring Gear
Beyerdynamic Touring Gear
Production Partner, Ausgabe: 12/2011, Autor: Thomas Zahn

Auszugsweise:

 

[...] Alle vorliegenden Testkandidaten sind durchweg ausgezeichnet und robust verarbeitet, sodass sie auch den harten Bühnenalltag problemlos lange Zeit überleben können. Der Klang der Testkandidaten war ebenfalls durch die Bank sehr hochwertig, lebendig und liefert dem Sound Operator am Mischpult stets ein sehr gutes Signal. Insgesamt scheint Beyerdynamic mit der Touring Gear Serie eine Produktreihe am Start zu haben, die eine sehr ernsthafte Konkurrenz für die angestammten Platzhirsche und vermeintlichen Standards darstellen kann.

 

beyerdynamic TG V50d Testbericht: Dynamisches Gesangsmikrofon
TG V50d
www.delamar.de, 10.11.2011, Autor: Lennart Scheuren

Auszugsweise:

[…] Allem in allem muss ich sagen, dass der Hersteller mit dem beyerdynamic TG V50d ein sehr schönes Gesangsmikrofon für die Bühne und den Proberaum entwickelt hat, keine Frage. Dieses Modell hat meiner Ansicht nach das Potenzial, zum angepriesenen "neuen Bühnenstandard" zu werden. […]

[…] Die 109,- Euro, die aktuell als Straßenpreis für das Gesangsmikrofon aus Heilbronn aufgerufen werden, kannst Du reinen Gewissens investieren. Zum Dank erhältst Du dafür von beyerdynamic ein wirklich gutes Mittelklassemikrofon "Made in Germany".

 

Pro:

  • Robuste Schutzhülle
  • Stabile Mikroklemme mit Doppelgewinde
  • Gute, solide Verarbeitung des Mikrofons
  • Angenehmer, ausgereifter Klang

 

Contra:

  • Griffgefühl bei großen Händen
Runderneuert
Touring Gear Mikrofonserie
DrumHeads!!, Ausgabe 05/11, Autor Wolfgang Rösch

Auszugsweise:

 

[...] Als Team funktionieren die neuen TG-Mikrofone von Beyerdynamic ausgesprochen gut. Das Ergebnis ist ein moderner, druckvoller und klarer Drumsound, der ohne große Eingriffe sofort verfügbar ist. Im Vergleich mit den bewährten Vorgängern und dem M201 an der Snare erklimmen die Nachfolger noch eine Stufe mehr auf der Klang-Skala, was vor allem der Verdienst der I53c ist, die in dieser Preisklasse eine erstklassige Wahl sind. Auch die Clip-Mikros D57c und D58c haben im Klang zugelegt und können die Erfolgsgeschichte ihrer Vorgänger fortsetzen - und das alles zum moderaten Preis. Ein echter Fortschritt!

 

Mission Accomplished
Touring Gear Mikrofonserie
Sticks, Ausgabe 08/11, Autor Thomas Adam

Auszugsweise:

 

Mit den neuen Mikrofonen der Touring-Gear-Serie ist Beyerdynamic ein fantastischer Wurf gelungen. Die jahrelange Feinarbeit im Bereich der Sound Channeling Technology scheint also nicht nur bloßes Marketing zu sein, sondern hat sich hier tatsächlich bezahlt gemacht. Alle getesteten Mikrofone machen in dem  Einsatzbereich, für den sie entworfen wurden, nicht nur genau das, was man von ihnen erwartet, sondern sie bilden das gesamte Drum-Set überdurchschnittlich gut und mit modernem Sound ab und sind auch noch praxisgerecht dimensioniert und mit praktischen Details ausgestattet [...]

 

 

Die Vocal-Fraktion
Touring Gear Mikrofonserie
Xound, Ausgabe 04/11, Autor Hagü Schmitz

Auszugsweise:

Mit der neuen Touring Gear-Serie geht der Heilbronner Hersteller einen sehr konsequenten Weg. Mit diesem Rundumschlag liefert beyerdynamic eine vielfältige Produktreihe, die für jeden Anwender und für jedes Budget etwas zu bieten hat.

Wichtig ist jedoch, dass ein Mikrofon zur Stimme passt, dass es gut in der Hand liegt, und diesen ganz persönlichen Draht zum Mikrofon findet man letztlich nur durch Ausprobieren heraus - doch es lohnt sich definitiv!


Kompletter Testbericht zum Download

Auf Tour
Touring Gear Mikrofonserie
tools4music, Ausgabe 04/11, Autor Peter Ludl

Auszugsweise:

 

Mikrofonmanufaktur - das klingt nicht nur nach Handfertigung, sondern auch nach Qualität, nach Liebe zum Detail, nach Leidenschaft, aber auch nach Exklusivität und sogar ein wenig nach Luxus. Seit über 80 Jahren werden bei beyerdynamic Mikrofone hergestellt. [...] 

 

beyerdynamic stellt mit der "Touring Gear" Mikrofonserie eine komplette Baureihe mit einzelnen Spezialisten vor, in der sich für jeden Einsatzbereich und für jeden Geldbeutel ein passendes Exemplar finden lässt. Speziell die Modelle der 70er Reihe, dabei besonders das V70d und V71d könnten für Sänger/innen eine interessante Alternative darstellen [...] Mit dem V90r steht sogar ein Bändchenmikrofon zur Auswahl [...]

 

 

 

 

Großer Klang zum kleinen Preis
Touring Gear Mikrofonserie
EventRookie, Ausgabe 02/11

Auszugsweise:


"(...) machen das TG V50d zu einem hervorragend abgestimmten Live-Gesangsmikrofon mit einem sehr guten Preis/Leistungsverhältnis - sowohl für den Einsatz im Proberaum als auch auf der Bühne. Der ausgewogene, präsente und trotzdem nie aufdringliche Klang, das hohe Maß an Rückkopplungssicherheit und seine robuste Verarbeitung, formschöne Optik und angenehme Haptik machen das TG V50d somit zu einer wahren Bereicherung in diesem Marktsegment. (...) Das TG I50d weiß ebenfalls gut zu gefallen und das nicht nur seiner individuellen Optik wegen: Ganz gleich, ob vor E-Gitarren- oder Bassverstärkern, Blechblasinstrumenten oder am Schlagzeug - bei der Abnahme von gut klingenden Instrumenten sind extreme EQ-Einstellungen am Mischpult überflüssig und somit der Sound clean und unverfälscht."

Technische Rezension: Beyerdynamic TG V71d dynamisches Live-Gesang-Mikrofon
Muse Magazine (http://museonline.co.za),
06. Juni 2011, Autor: Nick Roos

(In Auszügen. Übersetzt aus dem Englischen. Sie finden den Original Text in voller Länge unter http://museonline.co.za/tech-reviews/tech-review-beyerdynamic-tg-v71d-live-dynamic-vocal-microphone/)

[...]

Auch wenn es sicher nicht das günstigste Mikrofon seiner Anwenderklasse ist, so ist aber unglaublich robust und wird eine lange Zeit überleben. Ob es eine so lange Zeit wie beim nahezu unzerstörbaren Shure SM 58 ist, ist zwar unklar, aber es ist diesem meiner Meinung nach klanglich überlegen.

Aus Anwendersicht ermöglicht es durch seine Tonneutralität, seiner bemerkenswerten Rückwärtdämpfung und dem reduzierten Nachbesprechungseffekt und seinem großen Dynamikbereich mehr Freiheit im Ausdruck.

Das TG V71d ist ein Anwender- und Live-Tochtechniker-Traum. Es ist von großem Nutzwert auf Tour und eine wertvolle Ergänzung im Arsenal des Soundequipments.

Schweizer Offiziersmesser
MC 840 Großmembran-Kondensatormikrofon
Amazona.de Oktober 2009

Von: Willi Dammeier


Auszug: Den vollständigen Testbericht (mit Klangbeispielen) können Sie unter www.amazona.de nachlesen.


Wenn man die fast hundertjährige Geschichte der Heilbronner Firma beyerdynamic betrachtet, staunt man nicht schlecht, wie viele Meilensteine der professionellen Audiotechnik aus diesem Haus kommen … Mit Großmembranmikrofonen von beyerdynamic hatte ich bisher noch nicht das Vergnügen, erwarte sicher aber etwas anderes, als die zehntausendste fernöstliche U87 Kopie.


Technisch

Das MC 840 ist ein Großmembrankondensatormikrofon mit den umschaltbaren Richtcharakteristika Kugel, Niere, breite Niere, Hyperniere und Acht. Die randpolarisierte Kapsel ist mit 22mm etwas kleiner als üblich. Das Gehäuse wirkt kompakt und hebt sich angenehm vom immergleichen U87 Design ab. Neben dem Wahlschalter für die Richtcharakteristik bietet es eine zweistufige Bassabsenkung bei 80 und 160 Hz, je nachdem, ob man nur tieffrequenten Körperschall eliminieren muss oder den Nahbesprechungseffekt kompensieren will, sowie einen Pad-Schalter für 10 und 20dB Absenkung. Die Elektronik verspricht extrem rauscharm zu sein und kommt ausgangsseitig ohne Übertrager aus. Mit eingeschaltetem Pad verträgt das MC840 stolze 147dB.

Das Mikrofon wird mit Mikrofonklammer MKV 11 und die elastische Aufhängung (Spinne) EA 37 in einem stabilen Plastikkoffer geliefert. Die Verarbeitung wirkt obersolide.


Geschmacklich

Wenn ich Mikrofone in zwei Kategorien einordnen müsste, wären es zum einen die, die möglichst neutral abgestimmt sind und auf der anderen Seite, die bewusst färbenden. Gleich beim ersten Einsatz als Gesangsmikrofon wird sofort klar, in welche Schublade das MC 840 gehört. Anstatt mit total überzogenen Höhen Transparenz vorzugaukeln, wie man es von zahlreichen fernöstlichen Billigmikrofonen kennt, liefert dieses Mikrofon ein im ersten Moment recht unspektakulär wirkendes Klangbild, das dafür beim genaueren Hinhören durch außergewöhnliche Natürlichkeit besticht. Der Stimme wird kein Charakter hinzugefügt, den sie nicht hat, aber es geht auch keiner verloren. Dieser Sound erinnert an den von guten Kleinmembrankondensatormikrofonen.

Auch wenn man bei Großmembrankondensatormikrofonen typischerweise immer zuerst an den Einsatz für Gesang denkt, bietet sich das MC 840 aufgrund der kompakten Bauform und des sehr großen möglichen Schalldrucks, den es verzerrungsfrei verarbeiten kann, für viele andere Instrumente an. Große U87 typische Gehäuse machen es häufig unmöglich, mit der Kapsel dicht genug an die Quelle heran zu kommen. Gerade bei sehr engen Schlagzeugaufbauten kann ein Mikrofon nicht klein genug sein. Oft ist die Hihat so dicht über der Snare aufgebaut, dass für das Lieblingsmikrofon in der Idealposition kein Platz ist. Verwendet man Großmembranmikrofone zur Abnahme von Gitarrenboxen, ist der Abstand vom Lautsprecher zur Kapsel oft durch große Gehäusedurchmesser und ausladende Mikrofonspinnen weiter als für einen direkten klang gut. Gerade wenn man Kondensatormikrofone zusammen mit dynamischen Mikrofonen einsetzen möchte, erweist sich die flache Bauform des Korbs des MC 840 als sehr vorteilhaft, weil so beide Mikrofone dicht mit gleichem Abstand platziert werden können, und so Kammfiltereffekte, bedingt durch Laufzeitunterschiede, vermieden werden.

Während der Testzeit habe ich kein Instrument gefunden, an dem das MC 840 nicht zu überzeugen wusste. Der Grenzschalldruck war nie ein Problem. Besonders Instrumente, bei deren Abnahme es um einen sehr ausgeglichenen Frequenzgang im Bassbereich geht, profitieren sehr. E-Bässe und Akustikgitarren klingen voll, neigen aber nicht zum Dröhnen.

Am meisten hat es mich jedoch bei der Aufnahme von Percussion-Instrumenten aller Art begeistert. Shaker, die gerne mal im Mix nach oben herausfallen, fanden ohne jeglichen EQ-Einsatz ihren Platz. Snaredrums klingen mit dem beyerdynamic einfach gewaltig! Bei Verwendung der Hypernierencharakteristik ist die Ausblendung der Hihat fast genauso gut wie die des SM 57. Im Gegensatz zum Übersprechen beim SM 57 fällt dieses jedoch wesentlich weniger unangenehm auf, da die Hihat nun nicht mehr wie ein ungewolltes Störgeräusch klingt, sondern einfach wie gut mikrofoniert.

Den Vergleichstest, wie sich beide Mikrofone im Falle eines Treffers mit einem Drumstick verhalten, überlasse ich gerne den Amazona-Lesern.


Fazit

Das MC 840 ist ein Schweizer Offiziersmesser unter den Kondensatormikrofonen. Mir ist es noch nicht gelungen, damit ein Instrument schlecht klingen zu lassen. Lediglich beim Gesang mag es nicht immer vorteilhaft sein. Sänger sind ja bekanntlich sensible Früchtchen, deren Ego und somit Performance es manchmal auch gut tut, sich aufgrund der Verwendung eines Schönfärbers, toll zu finden. Das Soll aber weniger Kritik am MC 840 als an manchen Sängern sein.

Der Preis geht aufgrund der Qualität und des vollständigen Zubehörs inklusive Spinne, die sich andere Hersteller gerne extra bezahlen lassen, mehr als in Ordnung. Wenn mich jemand nach meinem Lieblings-Snaremikrofon fragt, werde ich keine Sekunde zögern, das MC 840 zu preisen.


Plus

+++ Transparenz
+++ Neutralität
+++ kompakte Bauform
+++ Vielseitigkeit

Trio mit drei Kapseln
Testbericht MC 900 Echtkondensatormikrofonserie
Recording Magazin 05/2009

Von: Andreas Ederhof


Auszug: Den vollständigen Testbericht können Sie im Recording Magazin, Ausgabe 5/2009 nachlesen.


Die Firma beyerdynamic kann auf eine lange Tradition in Sachen Mikrofonbau zurückblicken – schließlich hat der Heilbronner Hersteller schon den einen oder anderen Mikrofonklassiker auf den Markt gebracht. An diese Tradition knüpf man nun mit der 900er-Kleinmembranserie, bestehend aus dem MC 910, dem MC 930 und dem MC 950 an.


... Die drei Kleinmembraner von beyerdynamic decken einen großen Aufgabenbereich im Studio und auf der Bühne ab. So ist das MC 910 mit seiner Kugelcharakteristik sehr gut für die Aufnahme von Raumklang geeignet, da die Kugelcharakteristik die Reflexionen aus allen Raumrichtungen aufnimmt. Mit Hilfe eines Stereopaars, bestehend aus zwei MC 910, können sehr natürlich und beeindruckend klingende Raumklangaufnahmen gemacht werden.


... Das MC 930 hat eine Nierencharakteristik, die eine sehr gute Unterdrückung von rückwärtig in das Mikro einfallendem Störschall bietet. Die Niere ist die mit Abstand am häufigsten eingesetzte Richtcharakteristik, da sie ein sehr definiertes, gut vorhersagbares Klangbild produziert. Der Toningenieur muss mit einem Nierenmikro nicht lange herumexperimentieren, bevor er das gewohnte und meist auch erwünschte Klangergebnis gefunden hat. So eignet sich das MC 930 zum Beispiel hervorragend für die Abnahme der akustischen Gitarre im Studio oder zur Abnahme des Konzertflügels auf der Bühne. Auch akustische Saiteninstrumente oder die HiHat werden vom MC 930 sehr natürlich und definiert abgebildet.


... Die dritte in dieser Serie angebotene Richtcharakteristik ist die Superniere, die vom MC 950 realisiert wird. Die Superniere wird immer dann gebraucht, wenn seitlich einfallender Störschall noch stärker unterdrückt werden soll als bei der Niere. So entsteht bei der Abnahme des Drumsets das Problem, dass sich sehr viele Instrumente in unmittelbarer Nähe zueinander befinden. Die Toms sollen jedoch – genau wie die Snare und die Bassdrum – mit möglichst guter Kanaltrennung aufgenommen werden, um beim Mixdown jedes Instrument getrennt bearbeiten zu können. Bei der Abnahme der Toms ist das Übersprechen zwischen den Mikrofonen besonders groß, da die Toms direkt nebeneinander aufgebaut sind. Hier kann das beyerdynamic MC 950 mit seiner Supernierencharakteristik helfen, die Kanaltrennung deutlich zu verbessern. Im Vergleich zum Nierenmikrofon MC 930 klingt die Superniere des MC 950 etwas voluminöser und druckvoller und bietet ein wenig mehr Präsenz im Klang.


... Für die Aufnahme einer akustischen Gitarre im heimischen Studio unterzog ich das MC 930 einem Vergleichstest mit einem namhaften Kleinmembran-Klassiker. Beide Mikros wurden direkt nebeneinander aufgebaut und auf den Halsansatz der Gitarre gerichtet. Erst einmal war das MC 930 wesentlich „lauter“ als der Klassiker – erzeugte also einen höheren Ausgangspegel bezogen auf den einwirkenden Schalldruck. Das bedeutet, dass die Vorverstärkung beim MC 930 nicht so stark angehoben werden muss und somit ein geringerer Rauschteppich erzeugt wird. Auch das Klangbild des MC 930 konnte überzeugen: Ich war erstaunt über die saubere Wiedergabe der Obertöne und den ausgewogenen Klang, den ich einem Mikrofon in dieser Preisklasse nicht zugetraut hätte. Das MC 930 kann absolut mit den namhaften Marker dieser Zunft mithalten und ich würde nicht zögern, das MC 930, aber auch das MC 950 als Stützmikro für die Abnahme eines Sinfonieorchesters einzusetzen.


... Das MC 950 setzte ich bei einer Rock-Produktion testweise für die HiHat ein und war sofort begeistert: Der Klang der HiHat kam fein aufgelöst und seidig rüber – so, wie man die HiHat haben möchte. Die Kanaltrennung zur Snare war außerordentlich gut – nachdem ich auf dem HiHat-Kanal die Bässe gecuttet hattte, war die Snare extrem gut unterdrückt und ich konnte die HiHat sauber bearbeiten. Das MC 910 mit seiner Kugelcharakteristik nahm ich als Raummikro für einen Live-Mitschnitt und baute es auf ein Stativ in der Nähe des Mischpults auf. Der Live-Charakter und die Ambience dieses Konzert-Ereignisses wurden vom MC 910 sehr schön eingefangen und die Publikumsreaktionen waren ein belebendes Element in der Mischung.


... Obwohl es sich bei den drei Mikros MC 910, MC 930 und MC 950 um unterschiedliche Richtcharakteristiken handelt, ist die Klangcharakteristik bei allen Modellen sehr ähnlich. Wie bei den Kondensatormikros von beyerdynamic üblich, produzieren die Kleinmembraner ein brillantes, klares Klangbild, das sein Anhänger sowohl im Pop-Rock, als auch im Klassik-Bereich finden wird. Auch filigranere Instrumente, wie zum Beispiel die Violine oder eine Harfe, werden mit dem erwarteten Klangbild übertragen, so dass die Mikros als echte Allround-Talente eingestuft werden können. Vorbei die Zeiten, wo der Toningenieur für jede Stilrichtung einen eigenen Mikrofonfuhrpark auffahren musste: Die 900er-Serie verkleinert die Anzahl der „Must-Have“-Mikros drastisch. Das schont den Geldbeutel und die Packliste wird deutlich übersichtlicher.


... Aber nicht nur im Studio, sondern auch auf der Bühne machen das MC 930 und das MC 950 einen hervorragenden Job. Durch die extrem frequenzstabile Richtcharakteristik lässt sich insbesondere das Nierenmikro hervorragend für die Beckenabnahme oder die HiHat heranziehen, ohne dass es zu Rückkopplungen kommt. Durch die sehr gute Höhenauflösung erzeugen beide Modelle einen seidigen, brillanten Beckensound – gegenüber den üblicherweise auf Bühnen eingesetzten Mikros überzeugen durch ein sehr ausgewogenes und natürliches Klangbild.

Ein Fall für drei
Mikrofontest MC 900 Echtkondensatormikrofonserie
Professional audio Magazin 5/ Mai 2009

Von: Carina Schlage


Auszug: Den vollständigen Testbericht können sie auf der Homepage des Professional audio Magazins unter www.professional-audio.de nachlesen.


Zwei neue Studio-Kondensatormikrofone zieren das Produktportfolio von beyerdynamic. Dem bereits seit einigen Jahren erhältlichen MC 930 stehen nun auch die Kleinmembranen MC 910 und MC 950 in Kugel- und Supernierencharakteristik klangstark zur Seite.


Traditionshersteller beyerdynamic kann mittlerweile auf acht Jahrzehnte Unternehmensgeschichte zurückblicken. Widmete man sich in den Gründerjahren Mitte der 1920er noch der Entwicklung und Produktion von Kinolautsprechern, so weist sich das Heilbronner Unternehmen heute als Spezialist für Kopfhörer, Mikrofone und Drahtlossysteme aus. Meilensteine wie die dynamischen Kopfhörer DT 48, DT 770 Pro und DT 990 Pro oder die ausgezeichnet klingenden Bändchenmikrofone M 130 und M 160 genießen seit vielen Jahren einen exzellenten Ruf und gehören in zahlreichen Tonstudios der Welt zum Standard-Inventar. 1996 präsentierte beyerdynamic zudem das erste digitale Studiomikrofon der Welt, das MCD 100 – ein Innovationszug auf den der ebenso traditionsbehaftete Mikrofon-Hersteller Neumann beispielsweise erst vier Jahre später aufsprang.


Doch zurück in die Gegenwart: Neueste Streiche des süddeutschen Pro-Audio-Herstellers sind das MC 910 und das MC 950, die sich in professionellem Gewand zu dem bereits seit einigen Jahre erhältlichen MC 930 gesellen und sich in die Riege der beyer’schen Kleinmembran-Kondensatormikrofone einreihen.


… Der Frequenzgang-Beipackzettel verdient weiteres Lob: beyerdynamic misst jedes die Manufaktur verlassende Mikrofon einzeln und gibt noch dazu den Messabstand an, ohne den das Übertragungsspektrum von Druckgradientenempfängern – Stichwort: Nahbesprechungseffekt – nicht aussagekräftig ist. … Käufer können sich getrost auf diese Herstellerangabe verlassen, decken sich doch die Frequenzkurven weitestgehend mit denen unserer Messungen.


… Ergebnis

Plus

  • sehr gute Auflösung und gutes Impulsverhalten
  • hohe Empfindlichkeit
  • MC 910: heller, frischer Klang, besonders geeignet für größere Abstände
  • MC 930: warmes Timbre mit einem Schuss Höhenbrillanz
  • MC 950: warmer Grundklang mit knackigen Mitten

Minus

  • -

Summary

  • Mit den Kondensatormikrofonen MC 910, MC 930 und MC 950 in Kugel-, Nieren- und Supernierencharakteristik können sowohl Einsteiger als auch Profis nahezu jede Aufnahmesituation meistern und erhalten noch dazu professionellen Klang für wenig Geld.


… Einzelbewertung

MC 910

  • Klangeigenschaften: Gute Auflösung und gutes Impulsverhalten, tendenziell heller Klang mit zurückhaltenden Bässen und Tiefmitten
  • Einsatzempfehlung: Als Haupt- oder Solistenmikrofon für akustische Aufnahmen in größeren Abständen. Ebenfalls sehr gut geeignet für die Aufnahme von Atmosphären
  • Ausstattung: sehr gut
  • Verarbeitung: sehr gut
  • Messwerte: sehr gut
  • Gesamtnote: Oberklasse gut
  • Preis/Leistung: sehr gut


MC 930

  • Klangeigenschaften: Sehr gute Auflösung und gutes Impulsverhalten, warmer Klang mit  dezenter Höhenbrillanz, angenehm ausgeprägter    Nahbesprechungseffekt.
  • Einsatzempfehlung: Empfehlenswert als Solistenmikrofon für akustische Instrumente (besonders Gitarre, Streicher) und Gesang, auch als Stereo-Set erhältlich.
  • Ausstattung: sehr gut
  • Verarbeitung: sehr gut
  • Messwerte: sehr gut
  • Gesamtnote: Oberklasse gut
  • Preis/Leistung: sehr gut


MC 950

  • Klangeigenschaften: Sehr gute Auflösung und gutes Impulsverhalten, angenehm  ausgeprägter Nahbesprechungseffekt, ausgeglichener, warmer Klang mit dezenter Höhenbrillanz, verfärbungsarme und sehr gute Dämpfung von Störschall.
  • Einsatzempfehlung: Besonders geeignet für akustische Instrumente im Live- und Bühneneinsatz, Sprecher im Broadcastbereich sowie   Originaltonaufnahmen.
  • Ausstattung: sehr gut
  • Verarbeitung: sehr gut
  • Messwerte: sehr gut
  • Gesamtnote: Oberklasse gut bis sehr gut
  • Preis/Leistung: sehr gut
Komplett-Lösung
Opus Drumset XXL
Xound Magazin drei/08

Von: Jürgen Schwarz


Das 1924 in Berlin gegründete Familienunternehmen beyerdynamic mit heutigem Sitz in Heilbronn gehört schon seit langer Zeit zu den führenden Anbietern hochwertiger Mikrofone, Kopfhörer und Konferenztechnik. Nun wurde die Opus Drum Mikrofonserie mit dem Mipa-Award 2008 als „Beste Schlagzeugmikrofone“ ausgezeichnet. Für uns ein Grund, diese Mikrofone nochmals eingehend zu betrachten.


Die beyerdynamic Opus Drumsets bieten ein gut strukturiertes Programm an Schlagzeugmikrofonen der Opus-Serie zu fairen Set-Preisen. Ausgehend von vier Grundvarianten kann die Zusammensetzung der Sets individuell nach Kundenwunsch im Fachhandel gestaltet werden. Uns stand die „Chester Thompson“-Version zur Verfügung, bestehend aus insgesamt 9 Mikrofonen für Bass-Drum, Overhead, HiHat, Toms und Snare. Das Haupteinsatzgebiet ist dabei der Live-Bereich. Entsprechende Mikrofonklammern und das praktische Bass-Drum-Stativ ST 99 sind bei diesem Set im Lieferumfang enthalten. Geliefert wird es in einem stabilen Kunststoffkoffer mit Schaumstoffeinlage, welcher die Mikros beim Transport gut schützt.


Opus 99 Bass-Drum-Mikrofon


Seine kompakte Bauform mit nur ca. 60 mm Durchmesser, 130 mm Länge und nur 365 g Gewicht macht dieses Großmembranmikrofon mit Hypernierencharakteristik recht handlich. Montiert man es auf das in diesem Set mitgelieferte kompakte Stativ ST 99, lässt es sich problemlos platzieren. Sofern die Bass-Drum ein Schalloch besitzt, das nicht kleiner als 200 mm ist, kann das Mikro samt Stativ direkt in die Bass-Drum gestellt werden. Die Befestigungsklemme des Opus 99 ist so am Mikrofon angebracht, dass sie nicht ohne weiteres abmontiert werden kann; das Mikro lässt sich zwar in der Halterung drehen, eine Gummimanschette verhindert aber, das sich die Klemme abziehen lässt. Der Neigungswinkel des Mikros lässt sich zusätzlich um bis zu 140 Grad verstellen, wodurch eine Ausrichtung in die gewünschte Position kein Problem darstellt.

Die Abbildung der Kurve des Frequenzgangs von 30 Hz bis 18 kHz lässt den Klang bereits vermuten: Sie steigt zwischen 30 und 100 Hz sanft an, bildet von 130 bis 900 Hz eine breite Senke. Hinzu kommt eine deutliche Präsenz von 1.000 bis etwa 8.000 Hz, wobei Spitzen bei ca. 2,5 kHz und 5 kHz für den richtigen Attack des Schlegels am Fell sorgen. Die praktische Überprüfung bestätigt dieses Verhalten: Das Opus 99 zeichnet kräftige Bässe sowie einen ordentlichen Kick, wobei die üblichen mulmigen Störfrequenzen in den unteren Mitten leicht abgesengt werden. Der Sound ist ohne Bearbeitung also gleich so, wie man ihn für die meisten Anwendungen im Rock-/Pop-Bereich ohnehin einstellen würde. Natürlich lässt sich der Klang durch gezielte Equalizer-Einstellungen weiter verfeinern, der Basis-Sound ist meistens jedoch direkt verwendbar.


Opus 87 und 88, die Spezialisten für Stand-Toms, Rack-Toms und Snare-Drums

Genial an diesen beiden Mikrofonen ist zunächst schon die Befestigung an den Spannreifen der Trommeln: Zur Befestigung drückt man nur eine Klemmbacke gegen eine Federspannung nach unten, positioniert die ganze Einheit und lässt los, wobei sich die Klemme dann dank der geriffelten Gummiflächen an den Klauen sicher fixiert. Das eigentliche Mikro sitzt beim schon länger erhältlichen Opus 87 auf einem etwa 75 mm langen Schwanenhals, der das ganze sehr gut justierbar macht. Das neuere, ansonsten technisch identische Opus 88 bietet einen deutlich kürzeren Schwanenhals, der jedoch mit einem horizontalen Drehgelenk eine optimale Ausrichtung auf die Schallquelle ermöglicht und den gesamten Aufbau noch etwas kompakter macht. Ideal für die Snare und Rack-Toms ist das Opus 88, während das Opus 87 mit dem längeren Hals Vorteile bei der Abnahme der Stand-Toms hat. Der Nahbesprechungseffekt lässt sich hier bei größeren Toms wirkungsvoll nutzen, denn dort kann mit zunehmender Entfernung der Kapsel vom Fell der Bassanteil im Sound deutlich reduziert werden, um ungewolltes Wummern in den Griff zu bekommen. Sehr transparent, druckvoll und dynamisch werden alle Trommeln ins rechte Licht gerückt, auch die Snare wird mit allen Feinheiten sauber rübergebracht. Auch Details wie ein perlender Teppich-Sound der Snare können mit entsprechender Positionierung naturgetreu abgebildet werden. Beide Mikrofone arbeiten unglaublich direkt, ja fast schon explosiv. Selbst die leichtesten Schläge werden sauber und ohne Verfärbungen wiedergegeben. Selbst ein leichtes Wischen mit den Besen kommt weich und sauber und ohne jedes Kratzen. Die Mikros besitzen eine Nierencharakteristik, arbeiten nach dem Kondensatorprinzip und benötigen deshalb natürlich Phantomspeisung.


Opus 53 HiHat-Mikrofon

Das kleine und ultraleichte Opus 53 liefert in diesem Set die perfekte Unterstützung an der HiHat. Es handelt sich hier ebenfalls um ein Kondensatormikro mit Nierencharakteristik und sorgt mit seinem relativ neutralen Frequenzgang für einen luftigen und natürlichen Klang, der sich leicht mit dem EQ an den persönlichen Geschmack anpassen lässt. Da wird jedes Pattern natürlich schimmernd und sauber hörbar. Sogar an kleinen Sidesnares macht es mit klaren Obertönen, druckvollen Attacks und feinem Teppich-Sound eine gute Figur.


MC 930, die Profis unter den Overheads

Als Overheads können die zwei MC 930 mit seidig-edlem Charakter überzeugen. So werden alle Becken mit luftiger Räumlichkeit und gleichzeitig auch mit warmer Fülle und Brillanz abgebildet. Selbst bei kleinem Besteck, mit einem Opus 99 in der Bass-Drum und zwei ordentlich justierten MC 930 über dem Kopf, kommt das komplette Set samt Toms und Snare richtig schön voll und natürlich rüber. Eine schaltbare Vordämpfung um -15 dB und ein weiterer Schalter zur Absenkung der Tiefen bei 250 Hz bringen zusätzlich noch flexible Einsatzmöglichkeiten, auch bei sehr lauten oder sehr nahen Schallquellen. Ein im gesamten Spektrum ausgeglichener Frequenzgang sorgt hier für sauberen Sound, einzelne Instrumente lassen sich leicht herausfiltern oder etwas boosten. Mit der zuschaltbaren Tiefenabsenkung werden bei Einsatz als Overheads störende tiefe Sound von Toms und Bass-Drum eliminiert und die Becken sehr schön seidig, klar und warm, aber trotzdem brillant dargestellt.

Fazit

Mit diesen Mikrofonen ist man über alle Zweifel erhaben und nicht nur für Live-Einsätze bestens gerüstet. Die richtig edlen Sounds aller Mikrofone überzeugen ebenso wie das perfekte Handling. Das Stativ für das Opus 99 erleichtert dem Drummer und dem Techniker das Leben, ebenso wie die genialen Klemmen bei Opus 88 und Opus 87. Hinzu kommen die überragend klingenden Overheads und das Opus 53, alles sicher im stabilen Transportkoffer verpackt. Die Mikros haben eine wirklich geniale Befestigungsvorrichtung, sie sind gut zu positionieren und klingen hervorragend und sind somit mehr als eine Empfehlung wert. Wirklich gut gemacht, beyerdynamic!

 

Opus Drumset XXL
Elegante Performance
TG-X 930 Echkondensatormikrofon
ProSound März/April 2008

Von: Dirk Wedell


Niemand verlangt von einem Mikrofon, dass es mit Heckflosse aus Platin und güldenen Bommeln verziert ist, aber ein Spitzenmikrofon muss so aussehen, dass der Sänger oder die Sängerin Spaß an seiner schönen Form hat. Ich erinnere mich an ein beyerdynamic-Mikro von vor 20 Jahren, das als Gesangsmikrofon ein absoluter Volltreffer war, aber ausgesehen hat es wie ein Ei am Stil.

Die Zeiten sind vorbei, das TG-X 930 ist elegant, es ist dezent und zurückhaltend und es sicht aufregend unauffällig auf. Hierzu trägt außer der angenehmen Form auch der Mattheitsgrad der Oberfläche bei. Das seidige Schwarz glänzt nicht und wirkt auch nicht stumpf. Da verrät sich das gute Auge des Designers für Wertigkeit. Der Griff selbst ist auch sehr handfreundlich geformt und auch nicht besonders groß. Wer kein Auge für so etwas hat, dem fällt dies nicht auf, aber wenn man die ganzen Wettbewerbsmikros in und auswendig kennt, weiß man, welchen Wert diese Firmen auch auf das kleinste Detail legen.


Klassenbewusstsein


Inzwischen habe ich mit dem TG-X 930 gearbeitet und weiß nun zumindest schon, zu welcher Klasse es gehört. Jetzt könnte ich in altbewährter Manier schreiben, dass es sich um ein Mikro der internationalen Spitzenklasse handelt. Andererseits könnte ich dieses Mikro auch als „durchaus zumutbar“ bezeichnen, womit die Mikros der darunter liegenden Klassen unzumutbar wären. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Ich bin der Meinung, dass wir nicht immer wieder auf die vorhandenen Mikros immer bessere aufsetzen, sondern dass wir nach unten hin einfach mal dichtmachen müssen, weil wir 2008 und nicht 1978 haben. Ob sich unsere lieben Kleinen nun mit irgendwelchen 50-100-EUR-Mikros mit Growlen, Blöken, Shouten und Heavy-Metal-Gekeife abplagen, geht uns doch nichts an. Wir haben unsere Mikros der Mittelklasse und eben die geeigneten Mikros für den internationalen Showbetrieb. Die kosten dann irgendwo zwischen 500 und 700 EUR und das ist auch völlig OK, weil sich dieser Preis ja im Bereich eines Drittels oder Viertels des Preises einer anständigen Gitarre bewegt. Die Mikros, von denen hier die Rede ist, haben allein durch ihre Anzahl jetzt eine eigenen Klasse begründet und heben sich tatsächlich aus der Menge heraus. Da kann man wirklich stolz sein, dass die europäischen Hersteller hier eine bedeutende Rolle spielen.


Sound


Der Klangeindruck muss aber jetzt diesen Anspruch bestätigen. Bevor das aber losgeht, nehme ich das Mikro in Betrieb und stelle erneut fest: Das Gerät hat keinen Schalter: Das ist eine Erlösung für den FOH. Dann: Der Ausgangspegel entspricht dem eines modernen sehr kräftigen dynamischen Mikros. Es gibt also nicht das „Überraschungspfeifen“ wenn das (Kondensator-)Mikro zum ersten Mal irgendwo angeschlossen wird und man durch einen 20 dB höheren Pegel überrascht wird. Auf Deutsch: Völlig problemlos.

Das Mikro ist mit 48 – 52 V Phantomspeisung angegeben. Es läuft aber auch an niedrigeren Spannungen, was ich aber nur sozusagen für den Notfall erwähne. Häufig haben professionell arbeitende Gruppen im Proberaum ein fest installiertes 24 V-Simpelpult, während das Hauptpult mit echten 48 V brav im Case auf den nächsten Einsatz wartet.

Wir haben in einer Nachbarstadt auf König Ludwig (ist hier im Ruhrpott wohl bekannt, der Name stammt noch aus der Zeit des Kohlebergbaus) einen Mikrofonraum eingerichtet, wo man sich ungestört mit Mikros beschäftigen kann. Hier habe ich mehrere Preamps mit 48 V und auch zwei Kanäle in Röhrentechnik. Monitoring ist in Form von einer sehr kräftigen Bodenmonitorbox und einer Club-PA vorhanden. Aufgenommen wird mit einem Marantz PMD 660.

Als erstes ist mir die Nahbesprechung aufgefallen. Das Mikro behält in einem viel größeren Umfang seinen Klang bei, obwohl ich bis Lippenkontakt rangehe. Auch ein Ploppen (Peter und Paul!) taucht nicht auf. Am Nahbesprechungseffekt komme ich nicht vorbei und probiere auch etliche andere Mikros aus. Dabei wird dieses Frequenzband auch optisch überprüft, was in diesem Fall ganz einfach ist, weil der Betreiber des Mikrofonraumes Dirk Wedell heißt und zu faul ist, vernünftige Gitter vor seine 18er Bässe zu schrauben. So kann ich alles bequem verfolgen, was die Mikros dem System antun.

Das TG-X 930 hat einen Poppschutz, der sehr gut funktioniert, wobei ja nur das vorhanden ist, was auf den Bildern sichtbar ist. Kein zusätzlicher Schaumstoff usw. Das ist schon einmal unheimlich gut für den Mann am Pult. Die P-s kommen bei ausgeschaltetem Low Cut voll durch, wirken aber schon in dieser livemäßig unzulässigen Betriebsweise nicht so besonders störend. Sie bewegen die Bässe recht kräftig, sind aber nicht klangbestimmend.

Aber bitte jetzt nicht denken: „Der Dirk testet Gesangsmikros ohne Low Cut Filter“. Das Filter ist bei allen Gesangsanwendungen immer dring, ich bin eben nur sehr neugierig.

Der Nahbesprechungseffekt macht die Stimme ein wenig wärmer und voller aber sonst nichts. Andererseits wird auch ganz deutlich dass dieses Mikro von der Konstruktion den international gebräuchlichen Abstand von ca. 2.3 Fingerbreiten klanglich bevorzugt. Da bin ich mir jetzt sicher, dass das TG-X 930 in diesem Bereich besonders gut ist.

Der normale Stimmbereich wird mit Gesang und Sprechstimme getestet. Ich nehme das Wort „Aschenbecher“ und spreche es abwechselnd hochdeutsch und „hessisch“ aus, ist ja allgemein bekannt. Vor das Anfangs-A setze ich ein fast unhörbares „H“, weil dadurch das folgende „A“ mehr Obertöne bekommt. Die Obertöne kommen, und zwar sehr deutlich, aber nicht irgendwie betont oder auffällig. Man hört die Obertöne gar nicht, die sind einfach nur vorhanden. So absolut beiläufig, dass man diese Art der Stimmreproduktion sofort als selbstverständlich akzeptiert. Nur wenn man jetzt ein gutes Mittelklassemikro nimmt, dann sind diese Feinheiten eben weg. Und wir haben auf König Ludwigs kein einziges schlechtes Mikro liegen, was sollten wir damit auch anfangen? So sind wir in der 200-300-EUR-Klasse gut ausgestattet und wissen alle, dass es hier auch wirklich gute Mikros gibt. Aber an die „richtigen“ Mikros kommen die nicht ran. Ich möchte jetzt auch nicht weiteres Soundgelaber ablassen, weil ich mich schon längst auf einem Gebiet befinde, wo Beschreibungen nicht mehr funktionieren. Aber trotzdem noch ein Gedanke: Ich bin beruflich in der hervorragenden Situation, dass ich sehr viele Mikros immer wieder ausprobieren kann. Ich möchte jedem, der beruflich mit Mikros zu tun hat, dringend raten, immer wieder neue Mikros auszuprobieren und kennen zu lernen und möglichst auch ihre Zusammenarbeit mit den Bodenmonitoren zu studieren. Diese Arbeit bildet die Stimme und das die Stimme betreffende Körpergedächtnis genau so wirksam wie 20 Gesangsstunden.

Letztendlich begrüßen wir mit dem TG-X 930 ein neues Mikro in der Mikrofonklasse, wo ein Mikro einfach nur das tut, was es soll. Das können nur diese Mikros und die anderen eben nicht. Über den Preis braucht man nicht zu streiten, 650,00 EUR inkl. MwSt. sind ganz normal für so ein Gerät.

Klar und schön
TG-X 930 Echtkondensatormikrofon
Soundcheck 02/2008

Von: Andreas Ederhof


Dass beyerdynamic gute Bühnen-Vokalmikrofone bauen kann, weiß man nicht erst seit gestern. Nun bringen die Schwaben mit dem TG-X 930 ein Kondensatormikrofon heraus, das in die obersten Regionen der Zunft vorstößt.


Bei beyerdynamic’s TG-X 930 handelt es sich um ein Echt-Kondensatormikrofon mit Nierencharakteristik. Bei solchen Mikrofonen wird die Vorspannung für die Kapsel nicht durch eine Dauerpolarisation erzeugt, wie es bei Elektret-Kapseln der Fall ist, sondern die Polarisationsspannung wird mit Hilfe der Phantomspeisung bereitgestellt, wodurch das Mikrofon bessere technische Werte aufweist. Der erhöhte technische Aufwand schlägt sich jedoch auch im Preis nieder: Ein Echt-Kondensatormikrofon ist in der Regel etwas teurer als ein Elektretmikrofon. Das TG-X 930 ist in zwei Farben erhältlich: In mattschwarz und mattsilbern. Letztere Variante firmiert dann unter dem Namen TG-X 930 Ni.

Das Gehäuse ist aus Messing gedreht und macht einen sehr robusten Eindruck. Der Griff hat eine schlanke Form, die sich zum Einsprechkorb hin konisch erweitert. Dadurch liegt das Mikrofon sehr gut in der Hand und vermittelt mit 330 g eine sehr hohe Wertigkeit. Der schwarz lackierte Einsprechkorb besteht aus zwei Lagen Metallgeflecht und dürfte auch härtere Stöße von der Kapsel fernhalten. Der Gitterkorb kann vom Mikrofongriff abgeschraubt und in Seifenlauge ausgewaschen werden.

Nach dem Abschrauben des Einsprechkorbs wird der Innenkorb sichtbar, der zusammen mit dem äußeren Korb als Popp- und Spuckschutz dient. Der Innenkorb besteht aus zwei Lagen Drahtgeflecht – im Unterschied zum sonst üblichen Schaumstoff-Poppschutz setzt sich bei Sängern mit feuchter Aussprache das Drahtgeflecht nicht so schnell mit Spucke zu. Eventuell auftretende Popplaute müssen also durch vier Lagen Drahtgeflecht hindurch, bevor sie die Membran erreichen. Popplaute entstehen immer dann, wenn sich die Lippen explosionsartig öffnen und ein Luftschwall die Membran erreicht – zum Beispiel bei den Konsonanten „P“ oder „B“ Ich konnte dem Mikrofon auch mich sehr hart gesprochenen Plosivlauten keinerlei Poppgeräusche entlocken, was für die Wirksamkeit der aufwändigen Konstruktion spricht.

Die Kleinmembran-Kondensatorkapsel ist mit einer sehr frequenzstabilen Nierencharakteristik ausgestattet, wodurch das Mikrofon eine extrem hohe Rückkopplungsfestigkeit aufweist. Man spricht dynamischen Vocal-Mikrofonen im Allgemeinen ein gutmütigeres Rückkopplungsverhalten auf der Bühne zu als Kondensatormikrofonen. Beim TG-X 930 muss man da wohl eine Ausnahme machen: Ich konnte das TG-X 930 im Monitor erstaunlicherweise lauter fahren als den vergleichsweise eingesetzten Bühnenklassiker. Durch das höhere „Gain-before-Feedback“ konnte sich der Sänger auf der Bühne besser hören und dadurch entspannter singen. Der Nachteil von Kondensatormikrofonen auf sehr lauten Bühnen im Allgemeinen besteht darin, dass sie viel vom Schlagzeug und den anderen Instrumenten aufnehmen. Die klanglichen Vorzüge des TG-X 930 kommen deshalb besonders auf Bühnen mit moderater Lautstärke und kontrolliertem Monitorsound zur Geltung.

Das TG-X 930 ist mit keinerlei Schaltern am Gehäuse ausgestattet, was dem professionellen Einsatz auf der Bühne sehr entgegenkommt. Nichts ist schlimmer, als wenn der Sänger bei der Show plötzlich aus Versehen sein eigenes Mikrofon ausschaltet – und der Techniker eine Rätselraten veranstalten muss, wo der Fehler liegt. Die Kondensatorkapsel ist schwingungsgedämpft im Gehäuse aufgehängt, wodurch die Körperschallübertragung extrem gering ist. Durch den extrem hohen Grenzschalldruckpegel von 150 dB SPL können auch sehr laute Stimmen verzerrungsfrei übertragen werden. Dadurch eignet sich das Mikrofon durchaus für die Abnahme von Trompete oder einer Posaune. Die kleine Anhebung im Frequenzgang bei 10 kHz bringt die Obertöne solcher Blechblasinstrumente schön zum Strahlen.

Das TG-X 930 präsentierte sich mit einem im besten Sinne neutralen Vocalsound, der die Stimme unverfälscht abbildet. Gerade Sänger oder Sängerinnen, die auf der Bühne genauso klingen wollen wie im Studio, sollten das TG-X 930 antesten. Auf Grund seines sehr linearen Frequenzgangs macht dieses keinen eigenen Sound – wenn man dem Sänger einen bestimmten Sound geben will, dann muss der Equalizer zur Hilfe genommen werden. Viele Bühnen-Vocalmikrofone weisen eine Präsenzanhebung bei 5 bis 8 kHz auf. Diese Präsenzanhebung ist beim TG-X 930 nicht oder zumindest nur sehr moderat vorhanden. Auch der Nahbesprechungseffekt fällt sehr gemäßigt aus.

Im Vergleich zu den dynamischen Gesangsmikrofonen löst die Kondensatorkapsel des TG-X 930 die Höhen sehr gut auf. Durch die präzise Klangwiedergabe sind insbesondere filigrane Frauenstimmen oder sehr nuancenreiche männliche Sänger mit diesem Mikrofon bestens bedient. Auch die Backgroundvocals kommen mit beyerdynamic’s neuestem Geniestreich sehr gut rüber – gerade bei etwas größerem Mikrofonabstand. Bei den meisten dynamischen Mikrofonen muss der Sänger sehr nah ans Mikrofon herangehen, damit ein verwertbares Signal herauskommt. Das TG-X 930 bringt dank seiner Kondensatorkapsel auch etwas weiter entfernte Schallquellen noch sauber rüber.


Fazit:

Das beyerdynamic TG-X 930 ist ein hochwertiges, ehrlich klingendes Vocalmikrofon. Es dichtet nichts hinzu, lässt aber auch nichts weg – ein optimaler Schallwandler für die natürlich Stimmwiedergabe. Was der Mischer mit der Stimme auch anstellen will, das Ausgangsmaterial ist in optimaler Form vorhanden. Von einem Schnäppchen kann man bei diesem Mikrofon natürlich nicht sprechen – aber wenn man bedenkt ,dass dieses Mike durchaus als Kleinmembran-Kondensatormikrofon im Studio eingesetzt werden kann, dann darf man von einem guten Preis-Leistungsverhältnis sprechen.


Klaus Kirchhöfer (Produktmanager für Mikrofone bei beyerdynamic) über das TG-X 930:

"Das Ziel bei der Entwicklung dieses Mikrofons war es, ein Mikrofon anbieten zu können, das eine gute Stimme fantastisch klingen lässt, indem es alle Details so verfärbungsarm wie nur irgend möglich überträgt. Dadurch lässt sich der Gesang selbst in dichten Arrangements problemlos verständlich einbetten, ohne ihn unnatürlich laut mischen zu müssen. Der leicht zu reinigende, schaumstofffreie Poppschutz verbessert überdies die Rückwärtsdämpfung und damit die Rückkopplungsfestigkeit enorm. Ein Mikrofon fürs Leben!" 

Ehrlichkeit und Natürlichkeit
MC 840 Großmembran-Kondensatormikrofon
Studio Magazin - Studio Special 2007

Von: Fritz Fey


Angenehm überrascht waren wir von der Performance des MC 840 Großmembran-Kondensatormikrofons, das sich mit seiner Geradlinigkeit als ausgesprochen universelles Werkzeug entpuppte. Es klingt sehr definiert, ist dynamisch und cremig elegant in den Höhen, hat sehr saubere, geordnete Tiefen und eine ausgezeichnete Klarheit im Bereich mittlerer Frequenzen.

Mit seinem sehr ausgeglichenen Klangbild eignet es sich für nahezu alle Einsatzgebiete. Unsere Versuche mit Sprache und Gesang erbrachten hervorragende Ergebnisse. Ehrlichkeit und Natürlichkeit ohne Eigenfärbung, eine herausragende Präsenz von Solisten in der Mischung und die vortreffliche Detailabbildung machen dieses Mikrofon zu einer ausgezeichneten Wahl für diejenigen Anwender, die Signale unverfälscht aufnehmen möchten.

Das letzte große Abenteuer
Mikrofontest MC 900 Echtkondensatormikrofonserie
Studio Magazin 06/2009

Von: Fritz Fey

Auszug

Mikrofontests im zwölftem Jahr – mein lieber Herr Gesangsverein, da kann man wirklich ein wenig sentimental werden, aber sich noch viel mehr wundern, an welchen Bäumen immer wieder neue Mikrofone wachsen, für die es sich lohnt, eine weitere Folge unserer Serie aufzulegen …


beyerdynamic MC 910, MC 930, MC 950

Die Baureihe MC 900 von beyerdynamic umfasst drei phantomgespeiste Kleinmikrofone in echter Kondensatortechnik mit unterschiedlichen Richtcharakteristik: Die Kugel MC 910, die Niere MC 930 sowie die Superniere MC 950. Das Nierenmikrofon MC 930 wird zudem als „Matched-Pair“-Variante auch im Doppelpack angeboten. Zu den Eigenschaften der Mikrofone mit einem Durchmesser von 21 Millimetern zählt der Hersteller ein niedriges Eigenrauschen, hohe Empfindlichkeit, klangliche Neutralität und hohe mechanische Stabilität. Auf den Einsatz von Wechselkapseln hat der Hersteller aus Gründen der Langzeit-Stabilität bewusst verzichtet. Alle drei Mikrofone besitzen ein schaltbares Hochpassfilter (6 dB pro Oktave bei 250 Hz) sowie ein Pad mit 15 dB Dämpfung. Besondere Anwendungsschwerpunkte der grundsätzlich universell einsetzbaren Mikrofone sieht der Hersteller bspw. bei der Abnahme von Chören und Orchestern als Hauptmikrofon oder Stütze, bei Soloinstrumenten sowie auf Theaterbühnen. Die Mikrofone arbeiten an Phantomspeisungen von 11 bis 52 Volt und sind damit an nahezu jedem Mikrofonvorverstärker im Studio- und Live-Betrieb verwendbar. Die Kugel MC 910 weist eine dezente Höhenanhebung auf, die auch bei größeren Mikrofonabständen ein offenes und natürliches Klangbild gewährleisten soll; gleichzeitig wird so der bauartbedingte Höhenabfall für seitlich eintreffenden Schall kompensiert.

Mit rund 350 Euro zzgl. der gesetzlichen Mehrwertsteuer ist die vom Hersteller angegebene unverbindliche Preisempfehlung für alle drei Modelle identisch. Der Hersteller lieferte uns für alle drei Mikrofontypen abgeglichene Paare, die wir vornehmlich in der Overhead-Position des Schlagzeugs verwendeten. Im direkten Vergleich mit den Bändchen stellte sich ein fast lupenreiner präziser Gesamtklang ein – sehr neutral, sehr detailreich und sehr ausgewogen. Die Kugel MC 910 lieferte natürlich erwartungsgemäß die rundesten und sattesten Tiefen ohne zu überzeichnen, während die Niere und Superniere sich in dieser Hinsicht etwas verhaltener präsentieren. Alle drei Typen klingen extrem artverwandt, mit nahezu identischen Eigenschaften bei der Abbildung von Transienten und einem sehr gleichförmigen und ausgeglichen Höhenbild.

Die Mikrofone der neuen Serie sind auffällig neutral und haben uns, nicht nur angesichts des günstigen Preises, restlos überzeugt. Alle drei Mikrofone sind echte Allrounder für jeden Einsatzbereich mit ausgezeichneten klanglichen Eigenschaften.

 

Multipattern-Großmembranmikrofon
MC 840 Großmembran-Kondesatormikrofon
Sound & Recording 2.2007

Von: Andreas Hau


Im Reich der dynamischen Mikros ist beyerdynamic eine feste Größe. Mit seinen Kondensatormikros konnte sich der Heilbronner  Traditionshersteller bisher aber nie so ganz gegen die Platzhirsche durchsetzen. Mit dem MC 840 soll sich das ändern.

Der optische Eindruck ist understatet: Das MC 840 wird in einem überraschend winzigen Plastikköfferchen geliefert, in dem man eher einen Akkuschrauber vermuten würde. Das in einem knalligen Aquablau gehaltene Interieur bietet trotz der geringen Abmessungen Platz für das Mikro, eine starre Halterung sowie die mitgelieferte Spinne. Letztere ist aus Kunststoff gefertigt, wirkt aber stabil und hält das Mikrofon sicher, auch kopfüber, solange man nicht mutwillig versucht, es herauszuschütteln. In der Röhre gehalten wird das Mikrofon von Gummibändern, die eine zusätzliche akustische Entkoppelung bieten und im Zusammenspiel mit der äußeren Federung kaum ein Rumpeln zur Membran durchlassen. Eine ebenso einfache wie effektive Konstruktion.

Das Mikrofon selbst ist ganz beyerdynamic: glatte schwarze Flächen wie aus dem Ei gepellt und von jener schwäbischen Präzision, die in Übersee als untrüglicher Beweis für die Existenz außerirdischer Lebensformen gilt. Aufgrund seiner gestreckten Form wirkt das MC 840 eher zierlich, obwohl es mit 165 mm Länge und 70 mm maximaler Breite etwas größer ist als das Standardmikro der jüngeren Generation, das Neumann TLM 103. Trotz solider Konstruktion wiegt das beyerdynamic gerade einmal 286 g, was u.a. der Standfestigkeit zugute kommt, gerade bei hängender Positionierung. Etwa die Hälfte des Gehäuses macht der akustisch sehr transparent konstruierte Mikrofonkorb aus, der überraschenderweise trotz des relativ offenporigen Geflechts kaum einen Popplaut passieren lässt, auch wenn man sicherheitshalber wohl doch zu einem externen Poppfilter greifen wird.


Geheime Zukunft

Am Mikrofon sind des unterhalb des Korbs drei versenkte Drehschalter zu finden, die so schwergängig sind, dass keine Gefahr besteht, sie unabsichtlich zu verstellen. Die beiden hinteren Schalter dienen der Tiefen- bzw. Pegelabsenkung (Pad) in jeweils drei Stufen. Ein kleines Fensterchen zeigt den jeweiligen Schalterzustand an. Beim Pad besteht die Auswahl zwischen 0 dB, -10 dB und -20 dB, der Low-Cut kennt die Eckfrequenzen 80 Hz und 160 Hz oder eben linear ohne Tiefenabsenkung.Der wichtigste Drehschalter ist auf der Mikrofonfront zu finden; er hat sechs Stellungen für die Richtcharakteristiken(Kugel, Breitniere, Niere, Hyperniere und Acht. Ja Momentchen, das sind doch "nur" fünf Richtcharakteristiken - was ist mit der sechsten Stellung? Wir drehen weiter und es erscheint ein R. Der Mikrofonkenner lupft die Augenbraue: Kenn ich doch irgendwoher! Richtig, ein ominöses R gibt's auch beim Branchenprimuns Neumann beim TLM 170 R bzw. TLM 127. Hier wie da steht die Schalterstellung R für "Remote", also Fernsteuerung der Richtcharakteristiken. Nur: Tatsächlich einsetzen lässt sich die Fernsteuerung bei beyerdynamic derzeit noch nicht. Die Bedienungsanleitung bemerkt etwas ausweichend: "Die Position R steht für Remote Control. Diese Funktion ist momentan nicht belegt und steht eventuellen künftigen Erweiterungen zur Verfügung." Hinter vorgehaltener Hand war zu erfahren, dass die Technik im Prinzip fertig entwickelt, es aber zu patentrechtlichen Schwierigkeiten gekommen ist - übrigens nicht, wie ich zunächst vermute, mit der Firma Neumann, die in der Tat ein Patent auf ihre Fernschalttechnologie hält, sondern mit einem ausländischen Hersteller, der jüngst eine umfängliche Patentschrift eingelegt hat, welche u.a. eine Umschalttechnik beinhaltet, die der von beyerdynamic entwickelten nicht ganz unähnlich ist. Bis zur vollständigen Klärung dieser internationalen Verwicklungen müssen MC 840-Besitzer die Richtcharakteristiken weiterhin manuell umschalten. Nie war der Ruf nach Weltfrieden dringlicher!


Technisch betrachtet

Zentrales Element eines jeden Kondensatormikrofons ist natürlich die Kapsel. Anders als bei vielen anderen Großmembranmikros sitzt sie beim MC 840 auf einem hohen "Docht" weit oben im Mikrofonkorb, wo sie die Schallreflexionen des Mikrofonbodys entgeht. Die Kapsel ist etwas kleiner als das von Großmembranmikrofonen gewohnte Gardemaß 1 Zoll (25,4 mm). Die Membran misst "nur" 22 mm im Durchmesser und ist randpolarisiert, d.h. sie kommt ohne die von Neumann und den zahllosen Nachahmern etablierte Mittelelektrode aus. Es gibt also keine Schraube in der Mitte der Membran. Dennoch verdankt auch die MC 840-Kapsel einige Inspiration der Urmutter aller Kondensatormikros, denn in den nicht ganz so geläufigen Modellen der Firma Neumann wie dem U 89 kommen durchaus auch randpolarisierte Kapseln zum Einsatz, sogar mit denselben etwas verkleinerten Abmessungen.

Ähnlich dem Neumannschen U 89-Design sind auch die besonderen Fräsungen in der Gegenelektrode, die ein akustische Labyrinth darstellen, welches das Richtverhalten optimieren soll. Wobei aber gesagt werden muss, dass beyerdynamic schon seit etlichen Jahrzehnten solche Klangführungen in Modellklassikern wie dem Bändchenmikrofon M 160 und der von <personname w:st="on">Phil Collins</personname> hoch verehrten Edeltauchspule M88 einsetzt. Sinn und Zweck ist sowohl bei den dynamischen wie auch bei den Kondensatormikros, eine möglichst gleichförmige, frequenzunabhängige Richtcharakteristik zu erzielen.


Praxis


Klanglich zeigt sich das MC 840 ganz beyerdynamic-typisch. Die Bässe sind wohlproportioniert, aber tendenziell eher schlank. Die eingebaute Tiefenabsenkung wird man selten benötigen; selbst bei fülligen und tiefen Stimmen bleiben die Bässe erfreulich transparent. Etwas flache Stimmen lassen sich dezent andicken, wenn man auf Hyperniere oder Acht schaltet und den so gesteigerten Nahbesprechungseffekt ausnutzt.

Die mittleren Frequenzen werden angenehm unverfärbt und detailliert abgebildet. Das MC 840 ist weder ein Poser noch ein Charmeur, sondern eher ein neutraler Beobachter. Signale werden nicht aufgebauscht, angewärmt oder geschmeidig verbogen; sie werden aber auch nicht verfälscht. Das MC 840 mag ein wenig nüchtern klingen, es ist aber keineswegs hart, schrill oder kalt. Man könnte sagen, es klingt deutsch, aber im positiven Sinne. Also eher Humboldt als Mabuse.

Der Höhenbereich ist für meine Begriffe sehr geschmackvoll abgestimmt. Viele neuere Mikrofone, besonders jene aus fernöstlicher Fertigung, klingen übermäßig hell und machen Probleme bei S-Lauten. Andere klingen verhalten und/oder indirekt. Das beyerdynamic MC 840 liegt in der goldenen Mitte. Es besitzt keine echte Präsenzanhebung in den oberen Mitten, sondern eine maßvolle, sehr breitbandige Anhebung der oberen Frequenzen bei etwa 10 kHz, die Stimmen wie Instrumente luftig und frisch erscheinen lässt, ohne dass unangenehme Nebenwirkungen auftreten. Kein Zischeln, kein Quäken, kein Gellen. Besonders angenehm fällt auf, dass das MC 840 wirklich gutmütig auf scharfe S-Laute und (über-)präsente Stimmen reagiert. In der praktischen Anwendung überzeugte es deshalb nicht zuletzt bei deutschem Rap. Selbst schnellste Sprechattacken und komplexe Konsonant-Cluster, zu denen die deutsche Sprache bisweilen neigt ("Kleintierklinik") werden präzise, aber ohne Härte auf Festplatte stenografiert. Aufgrund der preußisch-korrekten Klangbilds besitzt das Schwabenmikro eine unaufdringliche Durchsetzungskraft im Arrangement und lässt sich ausgezeichnet mit dem Equalizer bearbeiten, ohne seine Natürlichkeit zu verlieren. Aber schon ohne EQ-Einsatz klingen Stimmen wohlproportioniert: keine wummernden Bässe, keine zischelnden Höhen. Alles da, alles dran, aber nichts im Übermaß.

Neben der gelungenen Klangabstimmung ist vor allem auch die übergreifende Konsistenz beim Wechsel der Richtcharakteristiken äußerst lobenswert. Geradezu frappierend ist, wie wenig sich der Sound verändert. Geht man von Kugel über Breitniere, Niere und Hyperniere bis zur Acht alle Charakteristiken durch, ist bis auf den kontinuierlich stärker werdenden Nahbesprechungseffekt der Klang fast völlig konstant. In dieser Disziplin gehört das MC 840 zur absoluten Spitzengruppe unter den Großmembranmikros. Auch das Off-Axis Klangverhalten ist sehr gut. Hier zahlt sich die etwas kleinere Membran aus. Außerhalb der Aufnahmeachse verfärbt sich der Klang kaum mehr als bei einem guten Kleinmembranmikrofon. Chapeau!

Ebenfalls der kleineren Membranfläche geschuldet ist allerdings ein nicht ganz so sensationeller Eigenrauschwert von 17 dB-A. Eine kleinere Membran bedeutet eben auch ein weniger starkes Nutzsignal, sodass das Rauschen der Elektronik im Verhältnis etwas stärker zum Tragen kommt. Subjektiv betrachtet ist das beyerdynamic dennoch recht rauscharm; die Rauschfarbe des MC 840 ist relativ unauffällig. Soll heißen es rauscht wenig in den hohen Frequenzbereichen, wo das Rauschen am stärksten auffällt, weil es dort nur selten von Nutzsignalen überdeckt wird. Zudem scheint zumindest das Testmodell etwas besser zu performen, als das Datenblatt suggeriert.

In Sachen Grenzschalldruckpegel bewegt sich das MC 840 im oberen Mittelfeld mit 127 dB SPL ohne Pad und üppigen 147 dB SPL mit -20 dB Pegelabsenkung. Das sollte dann auch für rustikale Vokalakrobatik à la Motörhead reichen.

Das MC 840 ist natürlich nicht nur für Stimmen geeignet, obwohl es hier einige echte Stärken hat. Der frische, wummerfreie Klang macht es auch für Akustikgitarre interessant. Überhaupt macht das MC 840 bei so ziemlich allem eine zumindest anständige Figur. Mit seinem verfärbungsarmen, angenehmen Sound transportiert es fast jedes Instrument, vor dem man es positioniert, annähernd 1:1 in die Aufnahme.


Fazit

Mit dem MC 840 ist beyerdynamic ein richtig gutes Mikro gelungen. Konzeptionell macht es Anleihen bei Neumann, klanglich ist es ganz beyerdynamic. Hervorzuheben sind das gute Off-Axis-Verhalten, die schon sensationelle Klangkonsistenz über die verschiedenen Richtcharakteristiken hinweg und die wohlproportionierte Klangabstimmung. Wer Sprache, Gesang und insbesondere Rap aufnimmt, wird am MC 840 sicher viel Freude haben. Es ist nicht zuletzt auch eine hervorragende Ergänzung für Anwender, die bereits ein TLM 103 besitzen, denn die jeweiligen Stärken der beiden Mikros ergänzen sich gut, und zusätzliche, durchweg verwendungsfähige Richtcharakteristiken erhält man ja auch noch. Das MC 840 wird man nicht auf den ersten Blick als imposant wahrnehmen - vielleicht auch wegen der zierlichen Abmessungen - aber schon nach kurzer Praxisanwendung, spätestens wenn man die damit aufgenommenen Spuren in einen dichten Mix einarbeitet, lernt man seine individuellen Stärken zu schätzen. Ich muss zugeben, ich rücke es nur unter heftigem Zahnschmelzabrieb wieder raus.

Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 1.350 EUR ist das MC 840 vielleicht kein offensichtliches Hyperschnäppchen, aber für ein auf hohem Niveau so vielseitig einsetzbares Mikro mit umschaltbaren Richtcharakteristiken - und ganz oldschool Made in Germany - ist es ganz sicher nicht zu teuer. 

Bändchenmikrofon-Legenden
Bändchenmikrofone M 130, M 160 und M 260
Sound & Recording 11.2006

Von: Andreas Hau


Sound & Recording testet gewöhnlich taufrische Produktneuheiten. Die hier vorgestellten Mikros werden schon seit rund 40 Jahren hergestellt - und sind doch so aktuell wie noch nie zuvor!

Bändchenmikrofone haben eine lange Tradition im Hause beyerdynamic. Die ersten Modelle (M30 und M 31) entstanden vermutlich in den 50er-, vielleicht sogar in den 40er-Jahren. Optisch orientierten sie sich an den damaligen Top-Studiomikros, der 77er-Baureihe von RCA. Als erstes zeitgenössisches beyer-Bändchen wurde das M 130 vorgestellt, und zwar 1962. Ein paar Jahre später - genaue Daten sind auch hier nicht bekannt - folgten M 160 und M 260. Das bisher letzte "neue" Bändchenmikrofon, das beyerdynamic entwickelte war das 1969 vorgestellte Bühnen-Bändchen M 500, dessen Produktion leider vor einigen Jahren eingestellt wurde, auch wenn es zwischenzeitlich als limitierte Sonderedition eine "Classic"-Neuauflage gab.


Die aktuelle Riege


Trotz ihrer rund 40-jährigen Tradition werden die beyer-Bändchen ganz unspektakulär im Pappkarton geliefert. Außer einem Etui zur Aufbewahrung und einer Mikrofonklemme enthält dieser jeweils auch ein individuell angefertigtes Messprotokoll. Ganz beyer ist die Verarbeitung eine Augenweide. Die Mikros wirken wie aus dem Ei gepellt; alle Teile sitzen hundertprozentig passgenau, und die Oberflächen sind gleichermaßen schmuck wie widerstandsfähig.

Vielleicht noch auffälliger ist die Größe der Mikros: Sie sind wirklich winzig, deutlich kleiner, als man beim Anblick der Fotos ohne Größenvergleich denken mag. Die Körbe von M 130 und M 160 messen nur 35 mm im Durchmesser. Mikrofonlaien (und Sänger) lieben optisch imposante Mikrofone. Wahre Freunde schwingender Membranen freuen sich dagegen über kleine Mikros, denn da weiß man sofort: Da hat sich einer was dabei gedacht! Generell haben kleine Bauformen den Vorteil, das akustische Feld weniger zu beeinflussen. Ein großes Mikrofon bietet einiges an Fläche für Schallreflexionen und hat obendrein oft mit Gehäuseresonanzen zu kämpfen. Speziell bei Bändchen spielt die Bauform noch eine weitere Rolle: Je schmaler das Bändchenelement, desto besser die Höhenwiedergabe.

Keine Frage, der Look der beyerdynamic-Mikros ist ungewöhnlich, denn sie sehen auch noch aus wie Bühnenmikros. Tatsächlich sind sie so robust, dass man sie auch on stage einsetzen kann. M 160 und M 260 haben eine Hypernierencharakteristik und sind "end addressed": Man spricht, singt oder spielt also vorne rein. Das M 130 hat Achtercharakteristik wie ein klassisches Bändchen und wird dementsprechend auch "klassisch" von der Seite besprochen. Der senkrechte Ring, der den Mikrofonkorb in zwei Halbkugeln teilt, macht die seitliche Besprechung optisch kenntlich.


Interna


Anders als sonst habe ich meinen Drang, die Testmikros aufzuschrauben, widerstanden. Bändchenelemente sind generell zerbrechlich, und ihre (De-)Montage ist ein Geduldspiel. Eine falsche Bewegung oder eine lose Schraube kann ein nur wenige Mikrometer dünnes Aluminiumblättchen leicht zerstören. Zerlegt und erfolgreich wieder zusammengebaut habe ich allerdings mein eigenes M 500 - der interne Poppschirm hatte sich gelöst und musste wieder angeklebt werden. Der bei dieser Gelegenheit erhaschte Blick auf das "nackte" Bändchen war nichts weniger als Ehrfurcht gebietend. Das Aluminiumbändchen war unfassbar genau eingefügt. Der Spalt zwischen Bändchen und Magneten war dünner als ein Blatt Papier!

Umso erstaunlicher ist solche Präzision, als dass die Montage von Bändchenelementen in Handarbeit erfolgt. Nur ganz wenige Menschen haben so zitterfreie Hände und eine solche Engelsgeduld, um so kleine und eng tolerierte Bändchenelemente zusammenzusetzen. Bei beyerdynamic gibt es derzeit, wie Produktmanager Klaus Kirchhöfer bestätigte, nur "drei" KollegInnen, die Bändchen bauen können. Die allermeisten beyerdynamic-Bändchen werden vermutlich von Frau Zamfir zur Welt gebracht - Deutschlands vermutlich ruhigstes Paar Hände.


M 130

Bändchenelemente haben ja von Natur aus Achtercharakteristik. Insofern ist das M 130 beyerdynamics "klassischtes" Ribbon-Mic. Ganz puristisch ist es dennoch nicht, denn es ist mit einem Doppelbändchensystem ausgestattet, das ihm u.a. zu etwas höherer Empfindlichkeit verhilft. Anders als z.B. bei Oktava befinden sich die beiden Aluminiumbändchen bei beyerdynamic nicht neben-, sondern hintereinander, sodass Off-Axis-Verfärbungen minimiert werden.

Auch mit einem Doppelsystem ist das M 130 nicht lauter als andere Ribbons, denn aufgrund der winzigen Bauform kommt selbst mit zwei Bändchen nur wenig Membranfläche zusammen. Zusätzliche Effektivität erfährt das System durch einen dicken Weicheisendraht um das gesamte System. Er dient einerseits dazu, das Magnetfeld zu verstärken (mehr Output), andererseits dient er als HF-Reflektor, der die Höhenwiedergabe verbessert.


M 160

Das M 160 ist vielleicht das legendärste Bändchenmikrofon von beyerdynamic. Mit seiner Hypernierencharakteristik lässt es sich etwas flexibler einsetzen als die üblichen Achterbändchen. Gerade unter nicht optimalen Bedingungen ist es von Vorteil, dass das M 160 weniger  Raumschall aufnimmt als ein Achtermikro. Da fragt man sich, warum nicht mehr Hersteller Bändchen auch in anderen Richtcharakteristiken als Acht anbieten bzw. anboten. Des Rätsels Lösung ist, dass es sehr schwierig ist, die klanglichen Vorzüge des Bändchens auf andere Richtcharakteristiken zu übertragen. Sowohl die Linearität in den Mitten als auch die Frequenzunabhängigkeit des Richtverhaltens gehen flöten, sobald man das Bändchenelement rückseitig bedämpft. Beyer gelingt das Kunststück durch ausgetüftelte Schallführungen. Solche akustischen Labyrinthe sind eine beyerdynamische Spezialität und werden u.a. auch beim Tauchspul-Klassiker M 88 sowie beim brandneuen Großmembrankondensator MC 840 eingesetzt, um die Wiedergabe zu linearisieren.

Auch das M 160 ist ein Doppelbändchensystem mit ähnlicher Anordnung wie beim M 130. Die beiden Mikros sind bewusst als Paar konzipiert, um in M/S-Stereoanordnung ein besonders ausgeglichenes Klangbild zu liefern. Durch die Verwendung des M 160 als Mittenmikro ergibt sich eine weniger starke Empfänglichkeit für rückwärtigen Schall, als es bei Anordnungen mit zwei Achterbändchen der Fall wäre. Übrigens markieren Farbpunkte am Ring des Mikrofonkorbs die Längsachse des Bändchenelements, die durch die runde Bauform von außen nicht zu erkennen ist. Denn, wie im Mikrofonie-Workshop "Außer Rand und Bändchen" beschrieben, sollte man das Bändchen stehend ausrichten, um in den Genuss des extrem konsistenten Richtverhaltens zu kommen. Die beyerdynamic-Bändchen sind in Sachen Ausrichtung aber relativ unkritisch; ein so kurzes Bändchen produziert auch in Längsrichtung wenig Off-Axis-Verfärbung.


M 260

Beim derzeit angebotenen M 260 handelt es sich eigentlich um das Modell M 260.80. Der im Laufe der Zeit unter den Tisch gefallene Nummernzusatz bezeichnet eine Variante mit festem 80-Hz-Low-Cut zur Kompensation des Nahbesprechungseffekts. Das M 260 fand nämlich häufig Einsatz als Rednermikrofon. Dabei litt die Sprachverständlichkeit unter den etwas übervollen Bässen. Der Low-Cut ist übrigens über einen speziellen Ausgangsübertrager bewerkstelligt, lässt sich also nicht ohne weiteres entfernen.

Ungewöhnlich für ein Bändchen hat das M 260 eine leichte Präsenzanhebung in den oberen Mitten, die es heller und durchsetzungskräftiger klingen lässt als die beiden anderen Modelle. Aufgrund des festen Low-Cuts ist das M 260 auf nahe Mikrofonierung festgelegt. Es besitzt Hypernierencharakteristik, ist im Gegensatz zum M 130 aber mit einem Einfach-Bändchen ausgestattet. Dennoch ist es sogar etwas lauter - vermutlich weil das M 260 insgesamt etwas größer dimensioniert ist. Es ist nur wenig kleiner als ein Shure SM 58 und prinzipiell tatsächlich robust genug, um als Gesangsmikrofon auf der Bühne oder im Studio eingesetzt zu werden.


Praxis


Bei Mikrofonen, die seit fast 40 Jahren angeboten werden, erübrigt sich die Frage, ob sie denn etwas taugen. Es bleibt aber auszuloten, welche Vorzüge sie besitzen und wie sie sich voneinander unterscheiden.

Wie fast alle Bändchen machen die beyerdynamic-Ribbons eine gute Figur vor dem Gitarrenverstärker. Mikrofone mit verfärbungsfreien Mitten ohne Präsenzanhebung sind hier immer eine gute Wahl, und Bändchen zur Verstärkerabnahme gelten momentan als der letzte Schrei; tatsächlich benutzte Jimi Hendrix in den 60ern Bändchen vor seinen Marshalls und zwar das beyerdynamic M 160! Er soll es übrigens auch für seine Vocals benutzt haben.

Die beyerdynamic-Bändchen sind also durchaus vielseitig nutzbar. Anders als bei vielen anderen Ribbon-Mics bestechen sie nicht nur durch Verfärbungsfreiheit in den Mitten, sondern auch durch eine ungewöhnlich gute Höhenwiedergabe. Somit gehören sie zu den wenigen Ribbons, die man auch für Akustikgitarre empfehlen kann. Gerade die Kombination M 160 und M 130 in M/S-Stereoanordnung überzeugt durch einen sehr natürlichen Sound ohne jede Härte.

Wobei man aber auch bei den "beyers" keinen Kondensator-Strahlemann-Sound erwarten sollte. Sie klingen auf angenehme Weise unspektakulär. M 130 und M 160 besitzen die für Bändchen typischen wuchtigen Bässe, mit denen man umzugehen lernen muss. Weite Mikrofonabstände sind gefragt und/oder ein Preamp mit variablem Low-Cut. Stichwort Preamp: Auch "beyer" kann keine Wunder wirken, M 130, M 160 und M 260 sind wie fast alls Bändchenmikros output-schwach. Am wenigsten fällt das auf beim M 260, denn es verlangt nach naher Besprechung. Hier benötigt es lediglich ein paar dB mehr Gain als ein SM 58. Anders sieht es aus bei M 130 und M 160, die man in den meisten Fällen mit etwas weiteren Mikrofonabständen einsetzen wird. Das schwächere akustische Signal macht gerade bei leisen Instrumenten bisweilen Verstärkungen von über 60 dB notwendig. Wie bei fast allen Bändchen lässt sich erst mit einem muskulösen, möglichst rauscharmen Preamp das volle Potenzial von M 130 und M 160 nutzen.

Andererseits: So einfach wie heute hatte es der Bändchen-Enthusiast noch nie. Zu analogen Zeiten lauerte bei jeder Bearbeitungsstufe zusätzliches Rauschen und Höhenverlust. In einer heutigen digitalen Recording-Umgebung ist man dagegen so sorgenfrei, dass man bisweilen um den leichten Rauschteppich des Preamps fast froh ist, verleiht er dem Sound ein wenig analoges Flair.


Fazit

Die Bändchen von beyerdynamic sind hervorragend konstruierte Mikrofone. Dass sie seit fast 40 Jahren fast unverändert gebaut werden, hat einen einfachen Grund: Es gibt kaum etwas, das man an ihnen verbessern könnte. Für die meisten Anwender dürfte das M 160 aufgrund seiner Hypernierencharakteristik am interessantesten sein. Nicht weniger State-of-the-Art ist das M 130, dessen Handling-Eigenschaften sich an den klassischen amerikanischen Bändchen orientieren, die es aber in Sachen Höhenwiedergabe überflügelt.

Das M 260 ist etwas weniger vielseitig, da es aufgrund des zwangskompensierten Nahbesprechungseffekts auf kurze Mikrofonabstände festgelegt ist. Mit seinem vor-equalisierten Klang und etwas höherem Output empfiehlt es sich nicht zuletzt für Bändchen-Einsteiger, zumal sein Erwerb kein großes Loch ins Budget reißt. Als Vokalmikrofon kann es, insbesondere in Sachen Handling-Eigenschaften, allerdings nicht ganz mit dem leider aus dem Sortiment gestrichenen M 500 mithalten.

Bleibt ein Blick in die Preisliste. Und da reibt man sich verdutzt die Augen: Trotz des aufwendigen Designs, höchster Fertigungsqualität und verdientem Klassikerstatus kosten alle drei beyerdynamic-Bändchen zusammen in etwa so viel wie ein Royer R121, das unter den aktuell hergestellten Marken-Bändchen ja noch zu den günstigeren zählt. Preiswert ist da eigentlich noch untertrieben.

Wenn ich mir dennoch etwas wünschen dürfte, dann eine Neuauflage des guten alten M 500. Oder vielleicht inspiriert der gegenwärtige Bändchen-Boom sogar zu einem ganz neu entwickelten beyerdynamic-Bändchen für das 21. Jahrhundert.

+ ausgezeichnete Klangeigenschaften
+ durchdachtes Design
+ sehr gute Verarbeitung
+ Klassikerstatus
+ günstiger Preis
- geringer Output (Bändchen-typisch)