12.12.2013

Moderne Kommunikationstechnik und Audiodeskription ermöglichen soziale Teilhabe

Heilbronn im Dezember 2013: Ob Eishockey, Fußball oder Leichtathletik – wenn die Sportler auf dem Feld um Punkte kämpfen, gehören die Fans auf den Rängen zu den wichtigsten Begleitern. Je besser die Stimmung im Stadion, desto größer die Hoffnung auf das Siegertreppchen. Doch nicht alle Sportbegeisterten haben die Chance, voll und ganz in ein Live-Sportevent einzutauchen. Denn durch körperliche Einschränkungen wie etwa Sehbehinderungen fühlen sich häufig Teile des Publikums vom Geschehen ausgeschlossen. Viele Sportanhänger mit Handicap meiden sogar einen Stadionbesuch.

Immer mehr Organisatoren und Vereine wollen deshalb die derzeit politisch viel diskutierte „Inklusion“ auch in ihren Reihen vorantreiben. Inklusion steht für das Ideal einer Gesellschaft, die niemanden ausgrenzt, und in der sich jeder gleichberechtigt einbringen kann – unabhängig von individuellen Fähigkeiten, ethnischer oder sozialer Herkunft, Geschlecht oder Alter.

Bei sportlichen Großereignissen gewinnt damit auch die Blindenreportage an Bedeutung. Moderne Kommunikationstechnik in Verbindung mit einer speziellen Reportageform, der so genannten Audiodeskription, lassen dabei alle Fans gleichermaßen am spannenden Geschehen auf dem jeweiligen Spielfeld teilhaben.

Wenn beispielsweise die Kicker der Fortuna Düsseldorf in der Esprit Arena um Tore kämpfen, sind bei jeder Partie auch 18 blinde und sehbehinderte Anhänger mit dabei, um ihre Lieblingsmannschaft anzufeuern. Dafür, dass das Spiel vor ihren Augen trotz der visuellen Einschränkung lebendig wird, sorgt ein starkes Team aus zwei Live-Reportern und drahtloser Übertragungstechnik.

Die Berichterstatter stellen sich in jedem Spiel einer besonderen Herausforderung. „Für Blinde ist es wichtig, wo sich der Ball befindet. Die Reporter sollen keine Geschichten erzählen, sondern genau beschreiben, was auf dem Spielfeld und auf den Rängen gerade passiert“, erklärt der Behinderten-Beauftragte Stefan Felix. Er ist selbst betroffen und hat sich für die Einführung der Audiodeskription in seinem Heimatstadion eingesetzt.

Mit drahtlosen Mikrofonen ausgestattet, beschreiben die Reporter haargenau jede Spielszene, jeden Ballkontakt und jedes Detail am Rande. Damit die Schilderungen ankommen, erhalten die sehbehinderten Fans zu Spielbeginn einen drahtlosen Empfänger und einen Kopfhörer. Mit diesem Equipment und der Audiodeskription können sie nahtlos eintauchen in die besondere Atmosphäre. So werden sie ein gleichberechtigter Teil des Stadion-Geschehens. Vor dem nächsten Spiel werden die Akkus der Empfänger einfach wieder aufgeladen und schon kann die erneute Punktejagd beginnen.

„Die Geräte sind mobil einsetzbar und funktionieren auch über große Entfernungen innerhalb des Stadions störungsfrei“, so die Erfahrung von Stefan Felix. Fast alle Fußball-Bundesliga-Vereine setzen solch eine technische Lösung in der ersten und zweiten Liga inzwischen ein. Ein Anbieter, der neben Fortuna Düsseldorf zum Beispiel auch Eintracht Frankfurt und den HSV ausrüstet, ist der Heilbronner Audiospezialisten beyerdynamic. Das mittelständische Unternehmen verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in drahtloser Kommunikationstechnik.

„Unser mobiles Funksystem Synexis ist für dieses Einatzgebiet ideal“, erläutert Matthias Holz, der bei beyerdynamic für den Geschäftsbereich Konferenztechnik verantwortlich ist. „Die Geräte sind intuitiv mit nur wenigen Tasten bedienbar, Geräuschkompensierte Mikrofone lassen die Informationen einwandfrei bei den Zuhörern ankommen.“

Den Härtetest bestand die drahtlose Kommunikationstechnik von beyerdynamic unter anderem bei der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006TM in Deutschland. Über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten dieser Technologie referierte Matthias Holz deshalb jüngst beim internationalen CONIP-Kongress (Congress of Informatics and Innovation in Public Management) in Brasilien. Denn das Erfolgsbeispiel Blindenreportage zeigt, dass mehr Barrierefreiheit bei sportlichen Großereignissen möglich ist.

Das weiß auch Stefan Felix. „Seit es dieses Angebot gibt, kommen viele Blinde überhaupt erst ins Stadion“, sagt der Behinderten-Beauftragte. Dabei lassen sich die Geräte nicht nur für Fußball-Übertragungen nutzen. „Die Technik können wir auch bei anderen Gelegenheiten einsetzen, etwa für andere Sportarten oder Großveranstaltungen“, freut sich Stefan Felix.
Und so lädt er, mit den Synexis-Geräten im Gepäck, gern heimische oder auswärtige Fans zu einer Stadtführung in rheinischer Mundart ein.


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Über beyerdynamic
89 Jahre Erfahrung in der Entwicklung von Audio-Elektronik
Mit Pioniergeist und höchstem Qualitätsanspruch steht die beyerdynamic GmbH & Co. KG, Heilbronn, für angewandte Hochtechnologie und wegweisende Innovationen im Bereich professioneller Audio-Elektronik. Noch heute werden die Kopfhörer, Mikrofone und Konferenztechnik des Audiospezialisten in Deutschland entwickelt und überwiegend in Handarbeit gefertigt.

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